Das alchemistische System der henochischen Magie – Teil 3 von Stefan Lööck

 

Teil 2   Teil 1

Die „7 Magick Circles“ des Sigillum DEI AEMETH in Theorie und Praxis

Wie wir erfahren werden, strebt die Energie der 7 klassischen Planeten im Sigillum DEI AEMETH nach außen. Das bedeutet, dass das Siegel einen soliden Kern besitzt und nach außen immer feinstofflicher wird. Mit den Namen der 7 Planetenengel im Inneren des Kreises berühren wir die körperliche, mentale und die emotionale Ebene. Sie heißen LEVANAEL (Mond), CORABIEL (Merkur), NOGAHEL (Venus), SEMESIEL (Sonne), MADIMIEL (Mars), ZEDEKIEL (Jupiter), und der Name um das Pentagramm herum lautet ZABATHAEL (Saturn).

Jedem Engel können Körperorgane, Drüsen und emotionale Zustände zugewiesen werden . Die Energien sind bewusst abrufbar, und können durch Intensivierung vom „festen“ Zustand in einen „flüssigen“ Zustand transformiert werden (siehe Artikel „Das alchemistische System der henochischen Magie in Theorie und Praxis I“)

Siggillum7_web

Das Heptagramm (7 strahliger Stern), das sich um das Pentagramm (5 strahliger Stern) herum befindet, veranschaulicht nun den nächsten Aggregatzustand, die Gefühlswelt. Gefühle unterscheiden sich von Emotionen dadurch das sie gegenwärtig sind. Emotionen erscheinen lediglich in der Gegenwart, ihr Ursprünge befinden sich jedoch in der Vergangenheit. Schmerz, Leid, Vergnügen, Lust, Trauer u.s.w. sammeln sich im Laufe des Lebens durch Erfahrungen in unserem Körper an. Emotionen verschwinden nicht einfach. Der Körper lagert diese ein und sobald wir eine ähnliche Situation in der Gegenwart erleben, wird die Emotion aus der Vergangenheit abgerufen.

Durch die Technik des kreisen lassen, wie ich sie ausführlich im vorhergehenden Beitrag beschrieben habe, lösen sich Emotionen unabhängig von äußeren Situationen. Sie lösen und erwärmen sich durch die Bewegung, bis sie sich verflüssigen. Emotionen werden zu gegenwärtigen Gefühlen. Das ist ein Prozess der inneren Alchemie, eine innere Reinigung.

Die Namen im mittleren Teil des Siegels stehen stellvertretend für die verflüssigten Emotionen/Gefühle. Die Namen gehören den

„Engel des Lichts“, und sie werden aus einem magischen Quadrat gebildet:

 

Siggillum6_web

Die merkwürdigen Brüche und Zahlen in diesem magischen Quadrat stehen für die Buchstaben L oder EL. Wir sehen sieben Brüche und Zahlen, und es taucht infolgedessen 7 mal die Endung „El“ in diesem Quadrat auf, was uns zu der Schlussfolgerung führen kann, dass sich hier unsere 7 Engel aus dem Pentagramm verstecken. Und tatsächlich… nehmen wir den ersten Buchstaben oben links in der Ecke (S), nehmen den zweiten Buchstaben der oberen Reihe, und gehen diagonal links hinunter, dann den dritten Buchstaben der obersten Reihe und diagonal folgend, erkennen wir diese Namen:

SABATHIEL

ZEDEKIEL

MADIMIEL

SEMELIEL

NOGAHEL

CORABIEL

LEVANAEL

Die Namen der Engel der vier Himmelsrichtungen lassen sich aus diesem Quadrat wie folgt lesen:

 

Siggillum5_web

Geht man von dem S oben links diagonal in einer Linie in die unterste rechte Ecke, so erhält man den Namen STIMCV(el), die nächste Diagonale folgend nach oben zur rechten Ecke heißt AZDOBN. Dann folgt AKELE, IANA, ESE, ME, E(l)

Dies sind die Namen der „Töchter des Lichts“ und sie werden dem Norden (Anm.: Die Himmelsrichtungen lassen sich ableiten von ihrem Standort im Quadrat. Die untere linke Ecke ist Süden, oben rechts Norden, unten rechts Osten und oben links Westen) zugeordnet, der magischen Eigenschaft „Schweigen“. Die Töchter des Lichts waren in Kelleys Vision in grüner Seide gekleidet, und besaßen ein blaues Dreieck auf der Stirn. In diesem stand deren Name.

Die „Söhne des Lichts“ lassen sich heraus lesen, indem man ebenfalls die Diagonale von oben rechts nach unten links liest, aber nun von der Mitte ausgehend nach unten links absteigend folgt. Dann erhalten wir

 

Siggillum4_web

 

STIMCVL, BEIGIA, HEEOAH, DMAL, ILR, IH, I

Die Zuordnung der Engel zu den Planeten ist von Autor zu Autor verschieden, da John Dee dazu nichts schriftliches überlieferte. Meines Erachtens lassen sich die Zuordnungen anhand der Vision Edward Kelleys von den „Söhnen des Lichts“ ableiten. So sahen sie vor seinem inneren Auge aus:

„Sie waren alle in weiß gekleidet, und besaßen eine goldene Tafel auf ihrer Brust. Auf dieser Tafel standen ihre Namen. Jeder von ihnen trug außerdem eine Kugel aus verschiedenen Metallen bei sich. Der Erste eine Goldene, der Zweite eine Silberne, der Dritte eine aus Kupfer, der Vierte eine aus Zinn, der fünfte eine aus Eisen, der sechste eine aus Quecksilber, und der Siebte eine aus Blei.“

Da die Metalle unter den Alchemisten auch den Planeten zugeordnet werden, können wir folgendes

ableiten:

I Gold Sonne

HI Silber Mond

ILR Kupfer Venus

DMAL Zinn Jupiter

HEEOA Eisen Mars

BEIGIA Quecksilber Merkur

STIMCVL Blei Saturn

Beziehen wir diese Zuordnung auf alle „Engel des Lichts“, so ist die Anzahl der Buchstaben aus denen deren Namen besteht ein Anzeichen für die Planetenenergie in ihnen.

Die „Söhne des Lichts“ werden im Süden aufgestellt, und besitzen die magische Eigenschaft „Wollen“

 

Siggillum3_web

 

Beginnen wir nun in der obersten rechten Ecke (Buchstabe E), und gehen in einer Linie folgend diagonal nach unten zur linken Ecke (Buchstabe I), erhalten wir ESEMELI. Die Namen lassen sich nun weiterhin diagonal lesen, und dabei nähern wir uns der oberen linken Ecke. Wir erhalten die Namen MADIMI, EKIEI, IZAD, ATH, AB und S.

Dies sind die Namen der „Töchter der Töchter des Lichts“ und sie werden dem Westen und der magischen Eigenschaft „Wagen“ zugeordnet. Sie sind in weiß gekleidet, und tragen ein weißes Quadrat aus Eisen vor der Brust auf der ihr Name steht.

 

Siggillum2_web

 

Zu guter Letzt verbinden wir das I in der unteren linken Ecke mit dem E in der oberen rechten Ecke. Wir erhalten den Namen ILEMESE. Diagonal folgend zur rechten unteren Ecke lesen wir HAGONEL, ROCLE, LIBA, AVA, AN und E(l).

Dies sind die Söhne der Söhne des Lichts und sie stehen im Osten mit der magischen Eigenschaft „Wissen“. Sie sind in purpurnen Roben gekleidet, tragen eine purpurne Mütze wie sie Schüler tragen, und ein grünes Dreieck auf der Brust auf dem ihr Name steht.

Es ist uns nun möglich die Engel des Lichts in 7 Gruppen a 4 Engel zu teilen, und jeder Gruppe einen Planeten zuzuordnen. Auf dem Sigillum DEI AEMETH beginnt man die Namen der Engel über dem Z (In der henochischen Sprache wird das Z weich ausgesprochen: „SOD“. Deshalb ist es unerfindlich ob es nun Sabathiel oder Zabathiel heißt) von ZABATHIEL (Saturn) einzutragen:

 

Siggillum1_web

 

 

1. Über dem Z tragen wir den ersten „Sohn des Sohnes“ (gelb) ein mit dem Namen E(l). Nun folgen wir dem Heptagon (7 Eck) im Uhrzeigersinn, und tragen auf jeder seiner Seiten ein Name eines Sohn der Söhne ein.

2. Im zweiten Heptagon werden die Namen der „Töchter der Töchter“ (blau) in gleicher Weise eingetragen.

3. Nun geschieht eine Besonderheit! Die Namen der „Söhne des Lichts“ (rot) folgen dem Verlauf des Heptagramms. So verschiebt sich die Planetenzuordnung in der Gruppe. Der Sonnensohn „I“ bleibt in seiner Gruppe. „IH“, der Mondsohn, wandert nun aber in die Gruppe Venus, weil das Heptagramm immer eine Gruppe überspringt (siehe das Sigillum oben)

4. Die „Töchter des Lichts“ (schwarz) werden in die Spitzen des Heptagramms eingetragen.

Die Gruppen zu den jeweiligen Planeten sehen nun von unten nach oben so aus:

Sonne

E(l)

S

I

E(l)

Mond

AN

AB

HEEOA (eig. Mars)

ME

Venus

AVA

ATH

IH (eig. Mond)

ESE

Jupiter

LIBA

IZAD

BEIGIA (eig. Merkur)

IANA

Mars

ROCLE

EKIEI

ILR (eig. Venus)

AKELE

Merkur

HAGONE(l)

MADIMI

STIMCUL (eig. Saturn)

AZDOBN

Saturn

ILEMESE

ESEMELI

DMAL (eig. Jupiter)

STIMCUL

PRAXIS

Nun kommen wir zu einer klassischen Technik der Magie. Der Magier/Magierin kreiert in der Regel einen Beschwörungskreis um sich herum. Dazu stellt er oder sie sich jeweils in einer Himmelsrichtung Erzengel oder archaische Götter imaginär vor, die die Kraft anziehen, aber den Magier/Magierin auch beschützen. Im Sigillum DEI AEMETH können wir um das mittlere Pentagramm herum 7 Gruppen mit je 4 Engelsnamen erkennen. Diese Namen sind den 7 Planeten zugeordnet, und jeder steht für eine Himmelsrichtung bzw. ein Element. So sind wir im Besitz von 7 magischen Kreisen und 4 Engeln für jede Himmelsrichtung, die wir folgendermaßen erschaffen:

Wir setzen uns auf einen Meditationshocker, und rufen die Kraft eines Planeten unserer Wahl. Als Beispiel nehmen wir Merkur, weil wir eine Allergie (Atembeschwerden) haben die uns schon seit Jahren jedes Frühjahr quält. Der Name des Engels lautet CORABIEL und er wird den Lungen zugeordnet. Wir schließen unsere Augen, chanten den Namen des Engels, und stellen uns unsere Lungen leuchtend weiß vor. Spüren wir die Energie, dann fusionieren wir die Farbe zu einer Kugel , und führen diese imaginär zu unserem Bauchnabel. Wir lassen die Kugel kreisen. Wir führen sie hinab zu unserem Steißbein, über die Wirbelsäule zum Scheitel, und von dort wieder über die Körpervorderseite zum Bauchnabel. Das machen wir so lange, bis wir eine vibrierende Kraft spüren. Die weiße Kugel kommt über unserem Bauchnabel zur Ruhe.

Nun schauen wir mit geschlossenen Augen nach vorne. Dort befindet sich der Osten (Wir schauen immer gen Osten, da dort die Sonne und damit die Erkenntnis aufgeht 🙂 ). Es ist der Platz des „Sohn des Sohnes des Lichts“ und dieser heißt für Merkur

HAGONE(l)

Die Energie aus unserem Bauchnabel formt die Gestalt eines kleinen Jungen (Vision von Kelley: „Little children… like boys). Er ist in einer Robe aus purpurner Seide gekleidet , und trägt einen Hut wie er von Schülern getragen wird (der rechteckige Hut den man in Britannien und in den USA trägt wenn man einen Schulabschluss gemacht hat). Er hat eine grüne dreieckige Tafel auf der Brust auf der sein Name steht.

Unsere Aufmerksamkeit geht zu unserer rechten Seite. Dort ist Süden, also der „Sohn des Lichts“ Diese heißt für die Gruppe Merkur

STIMCVL (Aussprache: STIMCUL)

Er ist ein junger Mann der ganz in weiß gekleidet ist. Er trägt eine goldene, quadratische Tafel auf der Brust auf der sein Name steht. In der rechten Hand hält er eine Kugel aus Blei, denn er ist eigentlich ein Engel des Saturn.

Hinter uns, also im Westen, befindet sich die Tochter der Tochter des Lichts. Ein Mädchen welches weiß gekleidet ist. Über ihrer Brust trägt sie eine Tafel aus weißem Eisen auf der ihr Name steht.

MADIMIEL

Zu unserer Linken, im Norden, befindet sich die Tochter des Lichts. Es ist eine junge Frau gekleidet in grüner Seide. Auf ihrer Stirn befindet sich ein blaues Dreieck, in dem ihr Name steht:

AZDOBN (Aussprache ASDOBON)

Wir atmen ruhig ein und aus, während sich unsere Imaginationskräfte immer weiter steigern. Wir stellen uns vor, das unser astraler Körper zu den einzelnen Engeln des Lichts wandert, und sie um Rat fragt. Nicht immer erhalten wir eine verbale Antwort. Oft sind es auch Bilder. Die Engel können sich verwandeln in Tiere oder andere Wesen. Sie existieren nicht linear, das heißt, sie hüpfen in der persönlichen und kollektiven Zeit der Menschen einfach hin und her (Wer Star Trek Deep Space Nine kennt, der erinnere sich an die Visionen von Captain Sisko im Wurmloch. Dort begegnen ihm die Propheten in den Gestalten bekannter Menschen, und sie zeigen ihm Ereignisse aus seiner Vergangenheit. So kann man sich die Begegnung mit den henochischen Engeln auch vorstellen 🙂 ).

Tue nichts ab was vor deinem inneren Auge entsteht. Merke es dir gut, und notiere es später in ein eigen dafür angefertigtes Notizbuch.

Die Antworten beziehen sich immer auf die magischen Eigenschaften der Engel. Der Sohn des Lichts gibt uns einen Hinweis auf die Intention die wir ursprünglich hatten, die letzten Endes in der Allergie mündete (wollen). Die Tochter der Tochter des Lichts sagt uns, was wir tun können, um zu unserer ursprünglichen Intention zurück zu kommen (wagen). Die Tochter des Lichts verrät uns, wie wir das innere Gleichgewicht wieder erlangen können (schweigen). Der Sohn des Sohnes des Lichts fasst noch einmal alles zusammen, und reduziert es auf ein Wort oder Symbol das wir benutzen können, um die heilende Kräfte auch im Alltag wirken zu lassen indem wir das Wort im Geiste formulieren, das Symbol (Sigill) imaginieren, oder das Ganze auf einen Zettel malen und bei uns führen. Vielleicht können wir auch ein Talisman daraus formen (wissen)

Die kosmischen Kräfte die die verschiedenen Planeten vermitteln sind

Sonne – erhellend, Erkenntnis

Mond – bewusstseinsverändernd oder -erweiternd

Venus – sammelnd

Jupiter – erzeugend

Mars – blühend

Merkur – kontrahierend

Saturn – stabilisierend

Nicht vergessen, das der Sohn des Lichts zu einem anderen Planeten gehört (außer in der Gruppe Sonne) In unserem Beispiel ist seine Aufgabe „stabilisierend“ während die anderen die Aufgabe „kontrahierend“ besitzen.

 

Teil 4

 

Teil 2   Teil 1

http://magie-blog.com
Share

Schreibe einen Kommentar

20 − zehn =