Die Kabbala

 

Die Kabbala ist eine mystische Tradition des Judentums. Sie steht in einer Jahrhundertelangen mündlichen Überlieferung, deren Wurzeln sich im Tanach, einer heiligen Schrift des Judentums finden.

Der Anspruch der Kabbala auf Aufmerksamkeit durch Gelehrte der Literatur und Philosophie ist ohne weiteres begründet, wenn man bedenkt, daß Persönlichkeiten wie der berühmte Gelehrte, Metaphysiker und Chemiker Raymundus Lullus (gestorben 1515), der angesehene Gelehrte und Erneuerer der orientalischen Literatur in Europa, Johann Reuchlin (1455—1522), der berühmte Philosoph und Humanist Giovanni Pico Della Mirandola (1463—1494), der große Philosoph, Gottesgelehrte und Arzt Agrippa von Nettesheim (1486—1535), der bemerkenswerte Chemiker und Arzt Baptista von Helmont (1577—1644) und der berühmte Arzt und Philosoph Robert Fludd (1574- 1637) oder Dr. Henry More (1614—1687), von der Kabbala gefesselt waren, und daß die geistigen Sehnsüchte aller dieser Männer nach einem wissenschaftlichen System, das ihnen die »tiefsten Tiefen« der Natur des Göttlichen enthüllen und das wahre Band aller Dinge aufzeigen sollte, durch eben diese Theosophie zufriedengestellt waren.

Die Kabbala hielt Einzug in die westliche Magie und Hermetik auch durch die intensive Bearbeitung dieser Tradition durch den „Golden Dawn“ und seine Mitglieder.

Ein Teil der Kabbala ist die Gematria. In Ihr werden allen hebräischen Buchstaben Zahlenwerte zugeordnet. Worte oder auch ganze Sätze mit gleichen Zahlenwerten sind einander erläuternd.

Ein weiterer Teil ist die praktische Kabbala. Sie beschäftigt sich mit der zeremoniellen, magischen Kraft der hebräischen Worte, Gottesnamen und Liturgien. Auch die Herstellung von kabbalistischen Talismanen fällt unter diese Kategorie.

Sehr verbreitet ist heute die ungeschriebene oder mystische Kabbala. Hier findet sich die bekannte Glyphe des „Baumes des Lebens“ auf die ich hier näher eingehen will. Dieser Weg wird auch als der Yoga des Westens bezeichnet. Um einen wichtigen Aspekt vorwegzunehmen: Der Baum des Lebens stellt nicht die Wirklichkeit dar, sondern ist nur eine Beschreibung der Wirklichkeit, eine Landkarte, mit deren Hilfe der Okkultist sich in den verschiedenen Bewußseinzuständen oder Welten zurecht finden kann. Eine bildliche Beschreibung ist wichtig, weil uns für viele Sphären einfach die Worte ausgehen. Kabbala1_webSie lassen sich nur äußerst schwierig beschreiben. Je weiter wir im Baum des Lebens nach oben steigen umso weniger greifbar und metaphysischer werden die Sephiroth. Der Baum des Lebens ist eine Glyphe, die den Kosmos in seiner Ganzheit und die Beziehungen der menschlichen Seele zu ihm darstellt.

Der Baum des Lebens besteht aus  zehn Sephiroth (Singular: Sephirah). Sie sind untereinander durch Pfade verbunden. Diese 22 Pfade entsprechen der großen Arkana des Tarot. So bestimmt sich die Eigenschaft einer Sephirah durch Ihre Stellung im Baum, sowie durch die benachbarten Sephiroth, die mit ihr durch diese Pfade verbunden sind. Jede Sephirah stellt eine Entwicklungsphase dar.

Bei genauer Betrachtung lassen sich drei  senkrechte Säulen erkennen. Es sind dies links die Säule der Strenge (weiblich) und rechts die Säule der Güte oder Gnade (männlich). Die mittlere Säule steht für den Ausgleich, die Harmonie, das Gleichgewicht.

Der Entwicklungsweg durch den Baum, der Weg der Schlange, verläuft von Malkuth, ganz unten, nach Kether, der Krone.

Stellt man sich die Sephiroth als Kelche vor, so strömen kosmische Impulse über, wie überlaufende Kelche, von Kether durch die einzelnen Sephiroth und manifestieren sich in Malkuth.

Malkuth steht ganz unten. Es ist das Reich der Erde, der Manifestation.

Dann folgen drei Dreiecke. Das Erste besteht aus

Netzach bedeutet Sieg und wird dem Planeten Venus zugeornet

Hod ist Herrlichkeit und gehört zu Merkur

Yesod, das Fundament fällt in die Sphäre des Mondes

Man bezeichnet dieses Dreieck auch als das magische Dreieck. Ihre Kräfte strömen über und manifestieren sich in Malkuth.

Das nächst höhere Dreieck wird auch als das Dreieck der Ethik bezeichnet. Hier sind die Kräfte dargestellt, die auf das sich Entwickelnde ordnend einwirken.

Geburah ist die Stärke und wird dem Planeten Mars zugeordnet

Chesed auch Gedulah genannt heißt Gnade oder Liebe und gehört zu Jupiter

Tipheret ist die Schönheit und gehört zur Sphäre der Sonne

Hinter Tipheret durchkreuzt Parokheth,  der Schleier des Tempels, den Baum, die Entsprechung zum Abyssos. Die Art der geistigen Vorgänge der einen Seite unterscheidet sich von denen, auf der anderen Seite vorherrschenden geistigen Prozessen. Nach alter Schule ist Tipheret die höchste Ebene, zur der das geistige Bewußsein aufsteigen kann.

An der Spitze des Baumes steht das Dreieck der Überirdischen, der Schöpfung

Kether ist die Krone, der erste Impuls

Chochmah ist der große Vater, die erste Sphäre des Zodiaks, die Weisheit

Binar ist die große Mutter, das große Meer, ist das Verstehen und ist der Sphäre des Saturn zugeordnet

Dione Fortune schreibt: „Wenn wir aus unserem Geist das Bestmögliche machen wollen, müssen wir uns diesem Prozess öffnen, dieser Befruchtung unseres Geistes durch etwas außerhalb unseres Existenzbereiches und dem Reifeprozeß unterhalb unserer Bewußtseinsschwelle.“

Über die Kabbala sind ganze Bibliotheken geschrieben worden. Ich persönlich erlangte das beste Verständnis dieses komplexen Systems durch das legendäre Buch „Die mystische Kabbala“ von Dion Fortune.

Wozu benötigt nun der Magier eine derart komplexe Landkarte? Nun zum einen ist die Kabbala ein mystischer Entwicklungsweg. Das persönliche Erreichen der einzelnen Sephiroth gibt dem Magier die Möglichkeit, mit den jeweiligen Kräften auf der speziellen Ebene zu arbeiten. Zum Anderen ist die Kabbala eine Landkarte der Schöpfung. Ihr Verständnis macht den Magier zum Schöpfer und dies ist das grundlegende Ziel der Magie.

Link zu meiner Literaturempfehlung:

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1 Gedanke zu “Die Kabbala

  1. Franz Bardon hat in seinem dritten Buch „Der Schlüssel zur wahren Quabbalah“ die Quabbalah nicht nur theoretisch erklärt sondern es ist ein praktischer Lehrgang für fertige Hermetik Schüler (Adepten). Allerdings hat er einen Satz geschrieben der es dem ungeübten ermöglicht die Machtworte rezitativ auszusprechen und damit das gleiche zu erreichen.
    Siehe Energiearbeit von Dexheimer.

     

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