Fraternitas Saturni

 

In der Reihe „Große magische Orden“ möchte ich heute über die „Fraternitas Saturni“ schreiben. Die Loge wurde am 8.Mai 1926 in Berlin gegründet. Sie ging aus dem Berliner Orient der sog. „Pansophischen Loge“ hervor. Diese war eine komplexe, aber vor allem unübersichtliche, eklektische Mischung aus rosenkreuzerischen, theosophischen und okkulten Ideen und Praktiken, die konfus und schwer verständlich waren. Gregorius_web Die frühe Fraternitas Saturni und ihre Gründungsmitglieder entwickelten dagegen sehr schnell ein klares und bestechend einfaches Konzept: den Gedanken der „Saturn Gnosis“. Ich werde darüber in einem gesonderten Artikel Genaueres schreiben. Das führende Gründungsmitglied und ihr erster Großmeister war der weithin anerkannte „Mystiker des dunklen Lichts“ Gregor A. Gregorius. Die Arbeitsweise und Ausrichtung der Loge wurden sehr stark von Ihm geprägt und er genießt auch heute noch, verdientermaßen, größtes Ansehen. Seine Vision von der smaragdgrünen Dämmerung, wo Saturn, der Hüter der Schwelle, den Abyssos bewacht, ist ein Leitgedanke des Saturnischen Weges, der zu tiefsten Einsichten und höchsten Erkenntnissen führt. Als Zeitgenosse von Aleister Crowley wußte er dessen Verdienste für den westlichen Okkultismus durchaus zu schätzen. Er erkannte Crowley´s Gesetz von Thelema -„Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen“- nicht nur an, sondern erweiterte es um den Zusatz „Mitleidlose Liebe“. Ansonsten war die Fraternitas Saturni stets bemüht, von Crowley und Anderen frei und unabhängig zu bleiben.

In Ihrer nunmehr fast neunzigjährigen Geschichte ging die Loge durch viele Höhen und Tiefen. Im Gegensatz zu anderen Orden steht die Bruderschaft des Saturn jedoch zu Ihrer Vergangenheit und strebt danach, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, dabei jedoch ihre Traditionen zu bewahren. In all den Jahren hat sie sehr viel getan, um einem ihrer Ziele gerecht zu werden: Wegbereiter des Wassermann Zeitalters zu sein: Eine nicht geringe Anzahl an Lehrlingen durchlief in dieser Zeit diese saturnische Schule. Sie färben heute die Orte ihrer Wirksamkeit in smaragdenes Grün.

Fraternitas Saturni_webIn Anlehnung an die 33 Grade des schottischen Ritus der Freimaurerei bearbeitet auch die Fraternitas Saturni 33 Grade. Die inhaltliche Ausrichtung des Gradsystems hat jedoch mit dem Schottischen Ritus nichts zu tun und ist rein magischer und mystischer Natur (von den organisatorischen Graden mal abgesehen). Die grundlegende Einteilung ist die in Lehrlingsgrade, Gesellengrade und Meistergrade. Erst mit dem Meistergrad erfolgt die eigentliche Aufnahme in den Orden „Fraternitas Saturni“. Vorher arbeitet der Neophyt im Vorhof der Loge. Seine Aufgabe dort ist es, sich Grundlagen anzueignen und seinem magischen Tun eine Richtung und Zielsetzung zu geben.

Über die Arbeit der Meister ist nur sehr wenig bekannt. Die Loge pflegt die magische Tradition der Verschwiegenheit und der Diskretion. Frater v.d. , nach eigenem Bekunden langjähriger Meister der Fraternitas Saturni, schreibt in einer seiner Arbeiten über die Bruderschaft: „Die Fraternitas Saturni hat es in Ihrer langen und bewegten Geschichte immer geschafft, die besten Magier ihrer Zeit an sich zu binden“.

Heutzutage ist die Loge leichter erreichbar wie früher. Sie betreibt eine sehr informative Website

 http://fraternitas.de/home.htm  mit vielen Texten und guten Einblicken. Hier kann man sich auch über die doch sehr strengen Zugangsbedingungen informieren. Ferner gibt es ein kostenloses Ebook, Kamingespräche, mit Antworten auf Fragen, die der Loge immer wieder gestellt werden.

Vor Kurzem wurden die „Blätter für angewandte, okkulte Lebenskunst“ wieder neu aufgelegt. Sie erschienen erstmals in der Mitte des letzten Jahrhunderts und sind zusammen mit Crowleys Equinox die umfangreichste Sammlung magisch/mystischer Literatur zur damaligen Zeit. Der kostenlose BfaoL Index gibt einen Überblick über das breite Themenspektrum.

Eine persönliche Leseempfehlung möchte ich noch anführen:

Saturn Gnosis

 

saturngnosis_web

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