Michael Aquino LHP

 

In der Reihe „Persönlichkeiten“ der Magie möchte ich heute über einen sehr einflussreichen Magus sprechen. Es geht um Michael Aquino, dem Begründer des „Temple of Set“ .

Aquino1Aquino wurde in San Francisco geboren und kam dort in seinen Teenagerjahren 1965 in Kontakt mit einer schillernden Persönlichkeit der okkulten Scene: Anton Sandor La Vey. Dieser gründete 1966 in San Francisco die „Church of Satan“. Für jemanden, der sich mit der Geschichte und Konzeption dieses Ordens noch nicht auseinander gesetzt hat, ist diese Gruppe sicher sehr befremdlich. Die „Anbetung“ Satans als Gegenstück zur allgegenwärtigen christlichen Kirche wird in der heutigen Magiewelt immer noch gern belächelt.

Die Philosophie der „Church of Satan“ ging jedoch noch einige Schritte weiter, hin zu einem Weg der persönlichen Selbstverwirklichung. Im San Francisco der 60er Jahre wurde damit durchaus ein gesellschaftliches Bedürfnis befriedigt, waren ansonsten doch allerorts blümchenbehangene Hippies anzutreffen. Neben diesen Gutmenschen war die „Church of Satan“ ein erfrischender Kontrast und hatte durchaus ihre Berechtigung.

Der junge Michael Aquino, auf der Suche nach einer okkulten Gruppe, der er sich anschließen konnte, war begeistert und engagierte sich fortan sehr stark in diesem Orden. Er war maßgeblich an der Entwicklung der Philosophie des Satanismus beteiligt. Sie geht weit über eine bloße Satansverehrung hinaus. Wer sich mit den Anfängen dieses Denkens beschäftigen will, dem sei die „Satanische Bibel“ von Anton Sandor La Vey ans Herz gelegt. Ein durchaus lesenswertes Buch, das aus heutiger Perspektive natürlich etwas naiv daherkommt.

Im Jahre 1975 hielt Aquino den Grad eines „Magus“ und war Teil der „Priesterschaft von Mendes“ also hochgradiges Mitglied der „Church of Satan“. In diesem Jahr trug es sich zu, dass der Hohepriester Anton La Vey die Church immer mehr zu seiner persönlichen Bereicherung missbrauchte. Er verkaufte Grade und nahm immer öfter persönliche Spenden entgegen.

aquino3Aquino und ein sehr großer Teil der Priesterschaft waren entsetzt und enttäuscht. Sie fühlten sich und Ihre Lebensphilosophie verraten. So beschloss Aquino in der Nacht zum Frühlingsäquinoktikum 1975 eine magische Arbeit durchzuführen und den „Fürsten der Finsternis“ persönlich um Rat zu fragen.

In magischer Trance wurde Ihm ein Text diktiert, das „Book of Coming Forth by Night“. Die Arbeit ging als das „Santa Barbara Working“ in die magische Geschichte ein. Die Aussage des Kontaktes war eindeutig: Der „Church of Satan“ wurde das infernale Mandat entzogen. Das Zeitalter Satans ist beendet und das „Aeon von Set“ bricht an.

Aquino machte sich sofort daran einen neuen Orden ins Leben zu rufen. Den „Temple of Set“. Nahezu die gesamte „Priesterschaft von Mendes“, schloss sich ihm an. Die „Church of Satan“ hörte de facto auf zu existieren auch wenn Sie als Internetorden bis zum heutigen Tag und auch nach La Vey´s Tod weiterbesteht.

Die Gründungsmitglieder und allen voran Michael Aquino entwickelten die satanische Philosophie weiter. Heute wird, um sich von der „Church of Satan“ klar zu unterscheiden von der Philosophie des „Left Hand Path“ LHP gesprochen. Der „Tempel of Set“ ist mittlerweile die wohl größte und einflussreichste Schule des LHP und ist weltweit aktiv. Innerhalb des Tempels findet der Initiierte zahlreiche Orden zu nahezu allen magischen Disziplinen (z.B. „Order of The Trapezoid“, Order of The Vampire“ etc.) und kann sich auf dem ihm entsprechenden Weg weiterentwickeln.

Aquino2Das Zentrum eines Weges innerhalb des „Left Hand Path“ ist immer die Entwicklung des persönlichen Selbst. Es geht darum seinen eigenen, unsterblichen, göttlichen inneren Kern zu finden und diesen in seinem Umfeld und in der Welt zum Ausdruck zu bringen. Immer dann, wenn der Initiierte dies erreicht, spricht man von „Xeper“: Ich bin ins Dasein gelangt. Ich hab meiner innerstes Selbst verwirklicht.

Für die Suche nach diesem innersten Selbst und dessen praktischer Umsetzung stehen dem Initiierten innerhalb des Tempels zahlreiche Werkzeuge und Herangehesweisen zur Verfügung.

Michael Aquino hat diesem Weg im Laufe seines gesamten Lebens signifikante Impulse gegeben und zahllose Tore geöffnet für Suchende weltweit. Ihm und dem „Temple of Set“ ist es zu verdanken, das der Gedanke des LHP innerhalb der okkulten Bewegungen immer mehr Anhänger findet. In der modernen Magie setzt der LHP deutliche Zeichen. Eine steigende Anzahl an Schulen, die sich diesem Weg widmen zeigt dies deutlich.

Es ist aus meiner Sicht sehr lohnend, sich mit diesem Bereich der Magie näher zu beschäftigen. Eine gute Möglichkeit ist ein Buch von Aquino, das leider nur in Englisch erschienen ist. „Der Temple of Set“. In diesem Buch findet sich das legendäre Essay „Black Magic“ das ich jedem nur empfehlen kann.

Weitere lesenswerte Bücher von Michael Aquino 

Mind War

Mind Star

Weitere gute Bücher zum Thema:

 

 


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